Montag, 16. April 2012

Menschen in Barcelona

Ich entschuldige mich erstmal für meine lange Abwesenheit, aber ich war im Urlaub und dort ist etwas Bemerkenswertes passiert, von dem ich euch gerne berichten möchte.

Man begegnet oft Menschen, die einen in irgendeiner Weise prägen, obwohl man sie gar nicht richtig kennt, oder kennen gelernt hat. Dann kann einen schon ein Zahnspangenlächeln verzaubern und geradewegs umwerfen, oder der versunkene Blick eines Straßenmusikers  in eine andere, wundervolle Welt entführen.

In einem paradiesischen Garten, mit alten längst vergessenen Mauern, die nur noch als Abklatsch ihrer früheren Bedeutung wahrgenommen werden, wo Menschenmassen sich ohne Regung einfach dran vorbei schieben, sitzt ein Musiker, der trotz des Trubels und der ausbleibenden Anerkennung völlig versunken und stimmig in sich seine Musik den alten Mauern vorträgt, da niemand sonst danach verlangt, oder ihm Achtung schenkt. Eine ruhige Stimme, eine dunkle Klangfarbe, ein umwerfend zupfendes Geräusch, wenn er auf seinem Instrument die schönsten Töne erklingen lässt. Und in all dem Trubel und Durcheinander sitze ich auf der alten Mauer, die sich noch in ihrer ganzen Pracht zeigt, strecke mein sonnenhungriges Gesicht, dem strahlenden Licht der Sonne entgegen und lasse mich von dem Straßenmusiker entführen, in die Vergangenheit, wo all dies um mich herum noch eine größere Bedeutung hatte. 
Es war mein ganz persönlicher Traum, doch alles geht einmal zuende und nun sitze ich wieder vor meinem Laptop am Schreibtisch und erzähle euch von diesem Augenblick und dem Menschen der mir da begegnet ist, der mich so tief berührt hat. 

Das umwerfende Zahnspangenlächeln ist mir erst kurz vor meiner Abreise begegnet und kam wie ein Geschenk des Himmels, da mich schon seit Wochen der Gedanke an eine Zahnspange quälte, die ich in kürze bekommen sollte. Traurig und schlecht gelaunt über die Abreise besuchte ich den Supermarkt vor Ort, um mir Proviant für die Reise zu sichern. An der Kasse traf ich dann auf das schönste Lächeln der Welt. Die Person, die zu dem Lächeln gehörte, habe ich kaum bemerkt, aber das Lächeln nahm mich gefangen und ich wusste, das ich mich  nach meiner Abreise noch ewig an dieses Lächeln erinnern werde, seinen Besitzer aber nach einer Woche schon wieder vergessen haben würde. Dieses Lächeln und die Freude dahinter übertrug sich sofort auf mich und trotz des kleinen Tropfen Wehmuts, kann ich doch in guter Erinnerung an meine Abreise zurückdenken. Gerne wäre ich während der Fahrt wieder umgedreht, um ihm zu sagen wie toll sein Lächeln ist und wie viel Freude es mir bereitet hat, aber leider hätte er mich wohl auch gar nicht verstanden, da ich kein Spanisch und äußert schlecht Englisch spreche;)

Niemals werde ich diesen Urlaub in Spanien nahe Barcelona vergessen und hoffe, dass ich ein bisschen Sonne und warme Erinnerungen mit euch teilen konnte, sodass wir noch die letzten kalten Luftzüge überstehen werden, bevor auch bei uns der Sommer endlich eintrifft:))

Kommentare:

  1. Oh ja! Barcelona war so wunderschön! Wo war der Supermarkt eigentlich? Ich hab den nie gefunden...

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    1. Ich würde gerne wieder hin:) Der lag auch etwas abseits, so genau kann ich das gar nicht mehr erklären..;)

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